Wirbelsäule und Proktologie

Proktologie und Wirbelsäule

Sie werden sich fragen, was der Spezialist für Dick- und Enddarmerkrankungen mit der Wirbelsäule zu tun hat.
Sicherlich kennen Sie betroffene Personen, die schon einmal mit Rückenbeschwerden zu tun hatten. Der Hexenschuss oder Bandscheibenvorfälle sind häufig vorkommende Krankheitsbilder in unserer Gesellschaft.
Bei vielen Patienten in unserer Praxis treten ebenfalls Beschwerden in diesem Bereich auf, oftmals in Verbindung mit Verdauungsproblemen, Erkrankungen des Dick- und Enddarms und des Beckenbodens.

Erklärung zur Sanfte Manuelle Therapie® (SMT®)

Die Nerven nehmen ihren Verlauf durch das Rückenmark und teilen sich in Höhe der einzelnen Wirbelkörper. Im unteren Wirbelsäulenbereich dürfte der „Ischias-Nerv“ allen am bekanntesten sein, der die Beine und deren Muskulatur entsprechend versorgt.
Dieser Teil des Nervenzweiges ist jedoch nur eine Hälfte davon. Die andere Hälfte verläuft nach innen in den Beckenboden, um dort mit seinem feinen Netzwerk die Funktion der Harnblase, der Geschlechtsorgane (äußere Genitale, Gebärmutter), Prostata, S-Darm, Mastdarm, After mit seinen Schließmuskeln, die gesamte Beckenbodenmuskulatur und viele andere Organstrukturen zu versorgen.
Bei der genauen Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und der proktologischen Untersuchung kann Herr Dr. Potzler in den meisten Fällen eine Verschiebung der Ileosakralgelenke feststellen. Es handelt sich dabei um eine Verbindungsfläche des Kreuzbeines mit der linken und rechten Beckenschaufel, welche normalerweise über straffe Bänder gesichert ist.

Die Verschiebung

Die mögliche Beweglichkeit zwischen diesen Knochenelementen kann minimal sein und doch hat es eine große Wirkung auf die umgebenden Organstrukturen. Durch häufig vorkommende Fehlbelastung und Fehlhaltung der Wirbelsäule und der benachbarten Gelenke (hier vor allem der Hüftgelenke) kommt es unter anderem zu einer Verschiebung des gesamten Beckens. Dies macht sich am deutlichsten durch Schmerzen im Ileoskralbereich („Hexenschuss“) und durch sog. Lumboischialgien (Schmerzen entlang des Kreuzbeins bis in das betroffene Bein) spürbar. Oft unbemerkt sind jedoch auch Veränderungen im Beckenbodenbereich damit in Verbindung zu bringen, d.h. es kann zu Organstörungen wie z.B. Inkontinenz für Harn und Stuhl kommen.
Seit 2002 untersuchte und behandelte Herr Dr. Potzler viele hunderte Patienten. Die Ergebnisse aufgrund spezieller objektiver Kontrolluntersuchungen ließen den Schluss zu, dass es durch diese Verschiebung im Beckenbereich zu einer Überdehnung des dazugehörigen Nervengeflechts kommt und damit eine Funktionsstörung einhergeht, die zu den verschiedensten Beschwerden führen kann.

Die Beschwerden

Häufig haben die Patienten ausstrahlende Schmerzen im Gesäß- oder im Beckenbodenbereich, die sich nach Abklärung und Behandlung durch andere Fachärzte (Radiologie, Urologie, Orthopädie, Gastro-enterologie, Gynäkologie) nicht richtig erfassen und befriedigend behandeln lassen. Diese Beschwerden nennt man u.a. Proktalgien, sofern es den Enddarmbereich betrifft. Dies umschreibt einen körperlichen Schmerzzustand, wobei jedoch die eigentliche Ursache bislang ungeklärt blieb.
Zum einen kann es durch eine erhebliche Anspannung der Muskulatur zur Unfähigkeit der Stuhlentleerung selbst unter Pressen führen (sog. Outlet-Obstipation), zum anderen zur schlaffen Lähmung der Beckenbodenmuskulatur und damit zur Unfähigkeit, Stuhl, Winde oder Harn einzuhalten. Doch auch andere Organveränderungen scheinen dadurch zu entstehen wie z.B. vergrößerte Hämorrhoiden, beginnender Mastdarmvorfall, Entzündungen im Enddarmbereich u.v.m.

Die Behandlung

Bei der Behandlung kommt die Sanfte Manuelle Therapie® (SMT®) zur Anwendung. Es wird unter Eigenbewegung des Patienten eine spezielle Grifftechnik angewandt, die das Ileosakralgelenk in die richtige, lagegerechte Position bringt. Dies führt wiederum zur Entlastung des Nervengeflechts, die Funktion ist wieder regelrecht, die Beschwerden werden gelindert oder verschwinden ganz.

Und noch mehr…

So erhielten wir in den letzten Jahren sehr häufig positive Rückmeldung über das gleichzeitige Verschwinden von Nackenschmerzen oder Schmerzen in den Hüften.
Ein großer Anteil unserer Patienten meldet sich daher nicht nur zur Abklärung proktologischer Beschwerden, sondern lässt sich auch wegen anderer „Rückenleiden“ oder evtl. mit dem Rücken zusammenhängende Beschwerden behandeln.
Wenn sich die Beschwerden nicht unmittelbar mit einer Untersuchung bei Herrn Dr. Potzler abgeklärt lassen, ist eine weiterführende Diagnostik unerlässlich, je nach Beschwerdebild und nach Bedarf unter Einbeziehung des jeweiligen Facharztes.
Im umgekehrten Fall ist aber diese Methode auch bei einer bislang erfolglosen Behandlung verschiedener Krankheitsbilder durch andere Ärzte eine gefahrlose Alternative, da sie keinerlei Gewalt auf das vorhandene Gewebe vornimmt. Eine vorherige eingehende Besprechung ist jedoch die Voraussetzung, um die Möglichkeiten der Methode zu erörtern.

Fragen Sie uns zu Ihren Beschwerden.
Ein Erstgespräch mit anschließender Untersuchung mit Hilfe der Sanfte Manuelle Therapie® (SMT®) kann für Sie Klarheit schaffen, ob diese Methode für Sie in Frage kommt.

Zur Methode selbst können Sie auch meinen Artikel „SMT- Die Sanfte Manuelle Therapie® nach Dr. Graulich“ lesen.

Ihr Dr. Stephan Potzler

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