Behandlung

Behandlung

Die hier exemplarisch genannten Erkrankungen und Beschwerdebilder gehen teilweise fließend ineinander über, was eine sorgfältige Abklärung durch den Spezialisten erfordert. Unverzichtbar ist ein orientierendes Gespräch mit dem Patienten, das unter Zuhilfenahme der entsprechenden Untersuchungsmethoden zur raschen Diagnose und zielgerichteten Behandlung führt.

Vorsorgeuntersuchung

Ergänzend wird ein Stuhltest (entweder auf verstecktes Blut oder auf Anteile eines Polypen im Darm) durchgeführt. Zudem kann mit einer Ultraschalluntersuchung eine Veränderung im Gewebe festgestellt werden, lange bevor etwas mit dem bloßen Auge zu sehen ist.

Die proktologische Vorsorgeuntersuchung sollte mindestens einmal jährlich durchgeführt werden. Die Wiederholung der Dickdarmspiegelung richtet sich dabei nach den vorliegenden Befunden. Im Allgemeinen sind alle Untersuchungen schmerzfrei durchführbar.

Vorsorgeuntersuchung

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[accordion-item title=“Analvenen-/ Perianalthrombose“]

Die sogenannte After- oder Perianalthrombose (auch unzutreffenderweise „äußere Hämorrhoide“ genannt) ist Folge einer eingerissenen Vene am Afterrand. Dabei setzt sich Blut unter die Afterhaut ab, was zu erheblichen Schmerzen führen kann. Die Entstehungsursachen reichen von Pressen bei der Stuhlentleerung bis hin zu Entzündungen des Darms. Diese Gebilde können oft bis zu Pflaumengröße annehmen. Hierbei wird eine Entfernung in örtlicher Betäubung vorgenommen. Bei kleineren Thrombosen reicht eine nichtoperative Behandlung mit Stuhlregulierung und Salben aus.

[/accordion-item][accordion-item title=“Afterriss (Analfissur)“]

Bei dem Afterriss (Analfissur)  handelt es sich um eine Verletzung der Haut des unteren Afterkanals, welche auch den inneren Schließmuskels betreffen kann und zu sehr starken Schmerzen und Abgang von hellem Blut führt.

[/accordion-item][accordion-item title=“Analabszess“]

Der Analabszess ist eine Gewebshöhle, die aus einer Ansammlung von Eiter besteht. In den allermeisten Fällen ist dies das Endstadium eines langen Fistelleidens. Eine rasche Behandlung mit operativer Freilegung ist erforderlich

[/accordion-item][accordion-item title=“Analekzem“]

Das Analekzem ist der Fachausdruck für Entzündungen an der äußeren Afterhaut. Der Grund liegt oft in krankhaften Veränderungen des Afterkanals und des Enddarms wie vergrößerten Hämorrhoiden oder Mastdarmvorfall. Ursachen wie Stoffwechselstörungen, Parasiten oder Pilzerkrankungen können ebenfalls dafür verantwortlich sein.

[/accordion-item][accordion-item title=“Analfisteln“]

Analfisteln sind entzündliche, mit Eiter gefüllte röhrenförmige Gänge, die zumeist ihren Anfang im Übergangsbereich des Afters zum Mastdarm haben. Sie entstehen oft über einen längeren Zeitraum und können in einen Abszess münden. Die Behandlung richtet sich dabei nach dem Verlauf der Fistel durch den Schließmuskel und nach bestehenden Vorerkrankungen. In den meisten Fällen wird dabei die operative Freilegung in Vollnarkose notwendig, damit der Schließmuskel und das gesamte Gewebe keinen nicht wieder gut zumachenden Schaden nimmt.

[/accordion-item][accordion-item title=“Beckenbodensenkung“]

Bei der Beckenbodensenkung handelt es sich um eine Schwächung des gesamten Muskel- und Bandapparates im kleinen Becken. Sowohl Männer wie auch Frauen können betroffen sein. Oft ist dies mit einer Funktionsstörung der Harn- und Stuhlentleerung verbunden.

[/accordion-item][accordion-item title=“Chronische Darmentzündungen“]

Chronische Darmentzündungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sind sehr komplexe Krankheitsbilder und erfordern die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachärzte, da die Symptome sehr unterschiedlich ausgeprägt und mannigfaltig sind. Oft kommt es zu häufigen schleimigen und blutigen Stuhlabgängen mit entsprechenden Schmerzen im gesamten Bauchraum.

[/accordion-item][accordion-item title=“Darmpilze und Parasiten“]

Die Darmpilzerkrankungen und Darmparasiten verursachen unterschiedliche Krankheitsbilder, die auch andere lebenswichtige Organe betreffen können. Die ersten Anzeichen sind oft starker Juckreiz und Nässen am After.

Darmpilzerkrankungen spielen oft eine Rolle beim Verzehr von sehr viel Kohlehydraten und Süßigkeiten. Auch bei Patienten mit chronischen Systemerkrankungen (Tumore, Zuckerkrankheit, bakterielle Infektionen mit Antibiotikabehandlung, Nahrungsmittelunverträglichkeit) kann eine Pilzinfektion erhebliche Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben.

Darmparasiten sind Organismen (wie zum Beispiel Würmer), die von außen in unseren Körper eindringen. Je nach Beschaffenheit können sie direkt Organe schädigen, vermehren sich stetig und können Beschwerden auslösen, die oft nicht direkt mit einer Parasiteninfektion in Verbindung gebracht werden.

[/accordion-item][accordion-item title=“Darmpolypen – Darmkrebs“]

Darmpolypen sind Veränderungen der Darmwand, die eine mögliche Quelle für Dickdarmkrebs darstellen. Sie wachsen im Allgemeinen sehr langsam. Regelmäßig durchgeführte spezielle Stuhltests können helfen, diese rechtzeitig zu erkennen. Eine Dickdarmspiegelung kann ergänzend eingesetzt werden. Entsprechend dem individuellen Profil sollte ab einem bestimmten Lebensalter mit der Vorsorgeuntersuchung begonnen werden. Somit lässt sich nach heutiger Erkenntnis am leichtesten Darmkrebs frühzeitig erkennen und erfolgreich behandeln.

[/accordion-item][accordion-item title=“Feigwarzen (Spitzenkondylome)“]

Feigwarzen (oder auch Condylome) zählen zu den sexuell übertragbaren Virenerkrankungen. Die an der Afterhaut wie auch im Afterkanal entstehenden Knoten verbreiten sich oft rasch und können über die Zeit beträchtlich an Größe zunehmen. Zusätzlich stellt sich Juckreiz und Nässen am After ein. Eine sehr sorgfältige Behandlung und Nachsorge ist notwendig, um ein Wiederauftreten zu verhindern.

[/accordion-item][accordion-item title=“Hämorrhoiden“]

Hämorrhoiden sind an sich normale Gefäßpolster, die etwa in 5cm Entfernung vom Afterrand im Enddarm anzutreffen sind. Sie erfüllen die Funktion einer Abdichtung, die uns unter anderem vor unwillkürlichem Stuhlabgang bewahren. Schwellen die Hämorrhoiden unter bestimmten Umständen dauerhaft an, können sie zu Symptomen wie Juckreiz, Nässen, Brennen oder auch Blutungen führen. Unbehandelt kann daraus eine Stuhlregulierungsschwäche bis hin zur Inkontinenz (Undichtigkeit) resultieren.

[/accordion-item][accordion-item title=“Marisken“]

Marisken sind am Afterrand gelegene Hautlappen von unterschiedlicher Größe. Oft entstehen sie nach vorausgegangenen Entzündungen im Afterbereich. Eine Entfernung erfolgt erforderlichenfalls in örtlicher Betäubung.

[/accordion-item][accordion-item title=“Mastdarmvorfall“]

Der Mastdarmvorfall stellt eine Ausstülpung der gesamten Darmwand dar. Hierbei drängt das Darmgewebe in den Bereich des Afters bis nach außen und sorgt oft für einen Stuhldrang ohne entsprechende Stuhlentleerung. Eine Operation ist oftmals die einzige gangbare Therapie.

[/accordion-item][accordion-item title=“Reizdarmsyndrom“]

Das Reizdarmsyndrom ist eine Ansammlung von Beschwerden wie Darmkrämpfen, wechselnder Stuhlkonsistenz, starken Darmblähungen, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Leistungsschwäche und Abgeschlagenheit, um nur einige zu nennen. Oft spielen auch psychische Faktoren eine entscheidende Rolle. Die Diagnose ist oft nur zu stellen, nachdem andere Ursachen ausgeschlossen worden sind, da die Dauer, das Auftreten und die Intensität der Beschwerden sehr manigfaltig sein können.

[/accordion-item][accordion-item title=“Schließmuskelschwäche“]

Es gibt zwei Arten der Schließmuskelschwächung. Diese sind zum einen durch die Veränderung der Muskelkraft, zum anderen durch eine Störung der Nervenleitung bedingt. Dabei ist die Ursache der Veränderung sehr weitreichend wie z.B. nach Entbindung, durch häufiges Pressen bei der Stuhlentleerung, stark vergrößerte Hämorrhoiden, Mastdarmvorfall oder sich wiederholende Entzündungen des Enddarmbereichs. Doch nicht nur Erkrankungen oder Veränderungen im Beckenbodenbereich selbst können hier erheblichen Einfluss auf die Schließmuskelkraft nehmen. Auch Behandlungen aufgrund anderer Beschwerden oder nach operativen Eingriffen im After- und Enddarmbereich können entsprechende Schließmuskelstörungen herbeiführen.

Die ersten Anzeichen beginnen oft mit Nässen und Stuhlschmieren, später die verminderte Fähigkeit, den Stuhl oder abgehende Winde einzuhalten, gefolgt von Entzündungen der Afterhaut.
Dieses unbehandelte, länger andauernde Leiden führt in den meisten Fällen in die Inkontinenz. Je nach Grad der Beeinträchtigung kann durch die richtige Wahl der Behandlung eine normale Schließmuskelfunktion wieder hergestellt werden. Nur in wenigen Fällen ist eine korrigierende Operation notwendig.

[/accordion-item][accordion-item title=“Schmerzzustände“]

Schmerzzustände im After- und Beckenbereich können die verschiedensten Ursachen haben. Oft handelt es sich um plötzlich einschießende krampfartige Schmerzen, die minutenlang, selten bis zu mehreren Stunden anhalten können. Auslöser sind beispielhaft Afterrisse oder Stürze auf das Steißbein. In den allermeisten Fällen ist rasch Erleichterung durch die Anwendung von krampflösenden Zäpfchen oder bestimmter Entspannungstechniken zu erreichen. Eine weitere genaue Abklärung ist erforderlich.

[/accordion-item][accordion-item title=“Stoffwechselstörungen“]

Stoffwechselstörungen können auch gerade im Bereich des Enddarms und anderen Organen zu erheblichen Beschwerden führen. Eine sorgfältige Abklärung der möglichen Ursachen ist erforderlich.

[/accordion-item][accordion-item title=“Stuhlinkontinenz“]

Die Stuhlinkontinenz ist eine Folge einer fortgeschrittenen Schließmuskelschwäche. Es kommt zur Unfähigkeit, den Stuhldrang zurückzuhalten und damit zum ungewollten frühzeitigen Stuhlabgang. Meist handelt es sich um mehrere Störungen. Diese reichen von jahrelangen Entzündungen des Enddarms bis hin zu Verschiebungen des knöchernen Kreuzbeines (z.B. nach Sturz) mit anschließender Nervenleitungsstörung.

[/accordion-item][accordion-item title=“Verdauungsproblemen“]

Zu Verdauungsproblemen gehören die bekannte Verstopfung (Obstipation) bis hin zum Durchfall (Diarrhö). Dabei kann es zu Mangelerscheinungen im Stoffwechselkreislauf des Körpers kommen. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich und reichen von ungünstiger Ernährungsweise aufgrund bestimmter Lebensumstände, Grunderkrankungen wie Schilddrüsenfehlfunktion und Herzerkrankungen, Milchzuckerunverträglichkeit (Lactoseintoleranz) bis hin zu der Einnahme von bestimmten Medikamenten.

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